Über Uns

Wir sind aktuell eine Gruppe von 7-10 Menschen. Wir arbeiten überregional digital zusammen und halten wöchentliche Treffen ab. In regelmäßigen Abständen sehen wir uns in Präsenz an unterschiedlichen Standorten in Deutschland.

Als Gruppe gibt es uns seit 2023, damals noch unter dem Namen „Climate Action Points“. Ursprünglich haben wir uns aus verschiedenen Teilen der Klimagerechtigkeitsbewegung nach den Protesten in Lützerath zusammengefunden, um zu überlegen, wie ein zivilgesellschaftliches Handeln in Zeiten der Klimakrise aussehen kann. Dabei sind wir schnell zu der Einsicht gekommen, dass die Klimakrise nicht mehr vollends abgewendet werden kann.

Deswegen haben wir uns die Frage gestellt, was das für ein Zusammenleben bedeuten wird und welche Werte deswegen in Zeiten der Krise wichtiger werden. Daraus ist dann das Projekt der „Solidarischen Klimahilfe“ entstanden. Denn es reicht nicht mehr, nur Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Es ist auch nötig, sich solidarisch auf die Auswirkungen vorzubereiten, um kollektiv handlungsfähig zu sein.

Wir beobachten, dass sich Klimakatastrophen in den letzten Jahren häufen. Insbesondere Überschwemmungen und Sturzfluten lassen sich immer öfter verzeichnen. Diese Entwicklungen werden sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Diese Katastrophen werden nicht nur immer häufiger, sondern auch verheerender. Davon ausgehend haben wir drei Ziele entwickelt, um in Krisensituationen ein solidarisches Miteinander zu bewirken.

Selbsthilfefähigkeit

In einem konkreten Krisenmoment die Koordinierungsarbeit zwischen Hilfsangebot und Hilfsbedarf einer Gemeinschaft schaffen. Der Hilfsbedarf soll durch Haustürkontakte vor Ort abgefragt werden und wird dann durch Infozentren, eine Hotline, sowie über eine Website an die Menschen verteilt, die gerade helfen können. Immer abhängig von den jeweiligen infrastrukturellen Gegebenheiten im Katastrophenfall.

Modulares Netzwerk

Ein modulares Netzwerk aus Menschen und Gruppen aufbauen, die in Krisenmomenten einsatzfähig sind. Das Netzwerk besteht bislang aus verschiedenen Gruppen, die mit unterschiedlichen Kompetenzen unterstützen können. Bisher sind wir mit dem Netzwerk in der Lage, in wenigen Tagen eine Essenversorgung für tausende Personen sowie Sanitär- und Camp-Infrastruktur für einige Hundert Personen einzurichten. Derzeit wird daran gearbeitet, auch psychosoziale Hilfe anbieten zu können.

Langfristig resiliente und solidarische Gemeinschaften

Den Aufbau von nachbarschaftlichen Netzwerken vor Ort, die über die akute Situation hinaus Bestand haben. Dadurch kann nach eigenen Maßstäben und Bedürfnissen das Erlebte besser verarbeitet werden, langfristige Schäden können gemeinsam getragen werden und gemeinsame Interessen können zusammen durchgesetzt werden.

Prinzipien

Bei der Umsetzung unserer Ziele ist uns ein fürsorgliches Miteinander nach dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe wichtig. Oberste Priorität haben die Bedürfnisse der betroffenen Menschen vor Ort.

Das gilt auch für interne Gruppenprozesse. Handlungsfähig in Krisenzeiten zu sein bedeutet für uns auch, resiliente Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Das leben wir auch in unserer Gruppe.

Wir verstehen unsere Arbeit als politische Antwort auf die multiplen Krisen dieser Zeit. Unsere Arbeit schafft Räume, in denen Menschen in Krisen füreinander einstehen, sich gegenseitig stärken und Selbstwirksamkeit erfahren können. Das ist nicht nur praktisch notwendig, sondern auch politisch wirksam: Denn dort, wo Menschen vereinzelt und ohnmächtig bleiben, wächst die Anfälligkeit für autoritäres Denken – für Kontrolle, Abschottung und die Abwertung anderer.

Wir setzen dem eine Praxis entgegen, die auf Fürsorge, Offenheit und der Anerkennung unterschiedlicher Lebensrealitäten basiert. So entstehen solidarische Gemeinschaften, die nicht in sich geschlossen sind, sondern Räume schaffen für Mitgestaltung, Verbindung und Vertrauen.

Aktueller Stand

Wir haben in mehreren Gebieten, die von Hochwasser betroffen waren, Bedürfnisse der Menschen vor Ort erfragt. Auf dieser Grundlage, verbunden mit Gesprächen mit ExpertInnen und eigener Recherche, erstellen wir aktuell passende Infrastruktur. Gleichzeitig vernetzen wir uns mit Personen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung und darüber hinaus. Außerdem arbeiten wir an der Konzeptionalisierung unserer Ideen. Wir lassen uns bei unserem Vorhaben immer wieder von verschiedenen externen Personen beraten. Das bedeutet auch, dass das Projekt dynamisch und keinesfalls gedanklich abgeschlossen ist.